Vorbereitungen

Die Vorbereitungen - davon 6 Monate intensiv und die letzten Wochen sehr intensiv - sind nun vorbei.
Hunderte Telefonate, Emails usw haben sich in dieser Zeit angehäuft. Nette Menschen kennen gelernt, die bereits Erfahrung mit Weltumrundungen haben:

· Wilma und Hans-Jürgen Schwerhoff in Deutschland, die wir im Jänner besucht haben und die uns, nach einem herzlichen Empfang, mit kiloweise Informationen versorgt haben.

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Herbert darf den wasserdichten Überlebensanzug (bei einer eventuellen Notlandung im Meer) probieren.
Das gelbe Paket neben ihm: Die Rettungsinsel.

 

 

 

· Hans Gutmann der uns nicht nur mit Rat, sondern letztendlich auch mit Tat unterstützt hat.

· Carol Ann Garett, eine Amerikanerin, die derzeit auf ihrer 3. Weltumrundung mit ihrer Mooney ist (einmal sogar schon in 8,5 Tagen), und die gerade auf Besuch in Österreich bei Hans Gutmann war, hat uns ebenfalls bei einem Treffen im Hangar 7 in Salzburg mit Ihren Erfahrungen weitergeholfen.

Die zusätzlichen Versicherungen für das Flugzeug - Haftpflicht und Kasko - sind einbezahlt. Die Visa für Vietnam (ein Kinderspiel) - die Visa für Indien eine Herausforderung, und unsere erste Bekanntschaft mit der indischen Bürokratie, haben wir besorgt. Glücklicherweise hat sich die Schwester von Herbert als erfahrene Indienreisende geopfert, und da sie in Wien lebt, das Prozedere über sich ergehen lassen. Es ist ja nicht so, dass wir ein normales Visum benötigen, sondern eins für den Hinflug und eins für den Rückflug - also ein MULTI ENTRY VISA. Wie man das einem Bürokraten erklärt, dass man hin und retour will, ist anscheinend doch nicht so einfach wie es klingt. Aber dank Eleonore doch in kürzester Zeit erledigt.

Karl Ottet und das Team von Amira Air haben uns bei den Vorbereitungen so intensiv unterstützt, wie wir es uns nicht besser erträumen konnten. Wir hätten unsere Planung niemals so professionell hingekriegt. Unser Dank an Karl und Amira Air, die das für uns gemacht haben, ist RIESENGROSS!

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Planungssitzung mit Karl Ottet bei Amira Air

 

 

Nachdem wir unsere Zwischenstopps aus den verschiedensten Gründen (kein Treibstoff, kein Zoll, ...) mehrmals geändert haben, und jedesmal glaubten, dass dies nun die letzte Änderung sei, kam ca. 2 Wochen vor Abflug die nächste "Hiobs" - Botschaft: Keine Landegenehmigung in Larnaca (Zypern), wenn wir aus der Türkei (Izmir) anreisen.

ALSO ROUTENÄNDERUNG: Wir mussten noch kurzfristig einen anderen Flugplatz suchen, der auf unserer Strecke lag, und von Larnaca akzeptiert wurde. Die Lösung: Samos in Griechenland!

In der letzten Zeit war es zusätzlich auch noch so, dass für jedes Problem, welches wir erledigt haben, zwei andere aufgetaucht sind. Das gehört aber anscheinend dazu. Das größte Problem dabei war Israel, da wir dort keine Überflugsgenehmigung erhalten haben. Aber eine Woche vor dem Abflug ist die Route nun endgültig klar, und alles sollte jetzt soweit für unseren Start und die Reise geregelt sein. Sollte!

Unser Ansprechpartner in Isreal, Yidal Marev (AOPA Israel, der sich wirklich sehr bemüht hat), gab uns zu verstehen, dass eigentlich alles OK gehen sollte mit dem Flug. Entweder bekämen wir eine Genehmigung für den Überflug, oder (was eher wahrscheinlich war) wir müssten in Haiffa landen und dann unseren Flug nach Jordanien fortsetzen. Somit wäre die allerletzte Hürde auch geschafft. Aber dann ....

Dear Mr. Bachinger, Mr. Koeck and Mr. Haring,

Unfortunately we are unable to approve your request to fly into Israel with your Cessna T210 aircraft, registration number OE-DUR on the 16th of July.

This following all the information and details as provided to us so far.

You are kindly welcome to visit Israel by any other means.

Attached is the formal decline form.

Best regards,

ASOC
Aviation Security Operations Center
Ministry of Transport - Security Department

Also dann, nochmal alles in Bewegung setzen, um doch noch etwas zu erreichen. Der Israelische Sicherheitsdienst hat ja bereits alle unsere Personalien aufs Genaueste untersucht und überall Erkundigungen über uns eingeholt (AOPA Austria, Flugring Vorstand etc.). Aber wir drei friedliebende Österreicher dürften doch nicht vertrauenswürdig genug sein, um ein Land zu überfliegen, das mit all seinen Nachbarn in Konflikt steht.

Die Österreichische Botschaft in Israel hat sich ebenfalls noch für uns ins Zeug gelegt, aber

Sehr geehrter Herr Bachinger,

Die Ablehnung Ihres Antrages auf Überflugs- und/oder Landegenehmigung für Israel wird von den israelischen Behörden in Anwendung der entsprechenden gesetzlichen Grundlagen folgendermaßen begründet:

1. Überfluggenehmigung: über Israel nach Jordanien
Überfluggenehmigungen werden ausschließlich an commercial-flights erteilt. Kein Privatflugzeug bekommt je eine Überflugsgenehmigung für diese Route; auch für Privatflugzeuge mit israelischer Registrierung ist ein solcher Überflug unzulässig.

2. Landegenehmigung Israel:
Für die Erteilung einer Landegenehmigung an ein "Ausländisches Privatflugzeug" (der Botschaft ist nicht bekannt, ob sich dies auf die Registrierung des Flugzeuges und/oder die Staatsangehörigkeit der Crew oder des Besitzers bezieht) ist eine "Garantieerklärung" (Leumundschaft) durch eine israelische Rechtspersönlichkeit zwingend notwendig. Eine solche Garantieerklärung liegt Ihrem Antrag auf Landegenehmigung nicht bei.

Nach Aussagen der israelischen Behörden hätte sich der israelische Privatflugzeugverband in Eigeninitiative an den Vorsitzenden der entsprechenden österreichischen Organisation gewandt um Auskünfte oder Bestätigungen über Ihre Besatzung zu bekommen. Eine solche Bestätigung bzw. Auskunft konnte jedoch von der österreichischen Seite nicht erteilt werden.

Die israelischen Behörden würden einen neuerlichen Antrag, der unter Beischluss der notwendigen Dokumente von Ihnen eingereicht wird, selbstverständlich neu beurteilen.

Mit meinen besten Grüßen
Gerhard Lutz, Konsul, m.p.

Und das 1 Woche vor Abflug!

Alternative wäre der Überflug von Syrien in Flugfläche 240 (das sind fast 7500 m) technisch möglich, aber das wollten wir dann doch vermeiden. Dann eben EINE WEITERE ROUTENÄNDERUNG: Wir probieren es über Ägypten und umfliegen Israel im Süden - Und schauen mal was passiert.

Ein paar Tage vor Abflug hat sich noch die Uhrenfirma FORTIS für unser Vorhaben interessiert. Der Hersteller exklusiver Fliegeruhren hat sich bereit erklärt unsere Reise zu unterstützen. Wunderbar, aber jetzt heißt es noch, das Ganze auch werbemäßig umzusetzen. Am Dienstag abend findet die Übergabe der Fliegeruhren statt, die wir für unsere Reise von Fortis bekommen.

Stress genug in den letzten Tagen und jetzt auch noch eine weitere Unsicherheit:

Nationale und internationale Flüge finden nicht statt

Am Mittwoch, den 15. Juni 2011 wird ein Generalstreik das öffentliche Leben in Griechenland lahmlegen: Behörden und Staatsbetriebe bleiben geschlossen. Nah- und Fernverkehrsmittel wie Eisenbahn, U-Bahn und Vorortebahn, aber auch der Seeverkehr werden zum Erliegen kommen.

Die Gewerkschaft der Fluglotsen wird sich nach jüngsten Meldungen am Streik beteiligen. Das bedeutet, dass am 15.6.20011 keine nationalen und internationalen Flüge stattfinden können. Flugreisende sollten unbedingt mit ihren Fluggesellschaften Kontakt aufnehmen.

Unsere Landung am 15 Juni in Samos ....???
Na ja, schauen wir mal wie es weitergeht!!