Nagpur - Mitten in Indien

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Kurz nach dem Start müssen wir nach „ORBIT“ fliegen - aber wir finden diese Position nicht. Wir fragen nach dem Kurs, aber Ahmedabad Control versteht uns anscheinend auch nicht. Immer wieder kommt „ORBIT, ORBIT and climb to FL 80“. Irgendwann kapieren auch wir, was er will: „Einen Vollkreis will er haben“. Sonst ist der Flug nach NAGPUR stresslos und mit nur 2 3/4 Stunden ein Hupfer. Die NDB-Holdings, die wir genau über dem NDB verordnet bekommen, haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir landen um 13:05 in Nagpur.

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Formulare werden ausgefüllt, gestempelt, alles wird mehrfach unterschrieben. Und auch von uns gibt es bei jedem Aufenthalt 20 bis 30 Autogramme. Alles wird festgehalten. Woher wir kommen (die ganze Route), wohin, was haben wir alles mit, der Benzin im Tank wird genau bestimmt, und wie viel wir tanken wollen. Jeder will alles wissen, und es wird geschrieben und gestempelt, dass es nur so kracht. Jeder hier ist unglaublich wichtig und liest jedes noch so kleine Zettelchen mit der größten Aufmerksam, mit dem Ergebnis, dass sicher irgendeine Info, Stempel, Unterschrift noch fehlt.

Wenn man dann allerdings wieder zurück zum Flughafen kommt, weiß niemand auch nur über irgendwas Bescheid. Wir fragen uns, wo wohl die ganzen Dokumente hinkommen. Wer liest denn die. Wenn wir im Gegenzug eine Bestätigung oder eine Wetterberatung brauchen, schaun uns alle mit großen Augen an. Kommt sofort, kommt sofort. Und das dauert.

Tanken in Indien - ein Erlebnis!

Während wir, nach den Formalitäten im Flughafengebäude von Nagpur, auf unsere Cessna zusteuern, warten bereits der Tankwart und seine Helfer auf dem riesigen Vorfeld vor unserem Flugzeug.

Auflistung der wichtigsten Utensilien eines indischen Tankwarts:

  • Schraubenschlüssel und Feile – zum fachgerechten Öffnen des Benzinfasses.
  • Sessel, um mit der Nase gerade bis zur Unterkante unserer Tragfläche zu kommen.
  • Ev. Stapler zum Fass heben (Sonderausstattung).
  • Viel Einfallsreichtum und z.T. auch unsere selbst mitgebrachten Hilfsmittel (z.B. Handpumpe), um den Inhalt des Fasses irgendwie in unsere Tragflächen zu transportieren.
  • Artistische Kletterkünste, um auf den herumstehenden Gegenständen zu balancieren, und die anderen Helfer zu dirigieren.
  • Und natürlich Jemanden (Manager), der wichtig mit ein paar Zetteln in der Hand, Unterschriften und Stempel sammelt. Nicht zu vergessen, das Geld in Cash zu kassieren.
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Cash! Was anderes gibt es nicht. Aber nicht irgendwelches, nein, es müssen USD sein. Obwohl wir uns in Indien, im Land der Rupien befinden, wird jeder Preis in USD angegeben. Mit indischem Geld kommt man nicht weit. Will man z.B. mit Euro zahlen, werden die USD erst mal in Rupien konvertiert (klar, zu einem guten Preis - für wen?), und dann dieser Wert in Euro (ebenfalls wieder so, dass es sich für die Verkäufer rechnet).

Überall am Boden wird gewischt, geschrubbt und gekehrt. Aber nur der Boden, die Toiletten dagegen - voller Dreck, die Fenster nicht geputzt alles rundherum ungepflegt. Dass der neue Flughafen erst ein Jahr alt sein sollte, können wir nicht glauben. Sobald man irgendwo genauer hinsieht, verludert alles innerhalb kürzester Zeit.

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