Amman – Kuwait

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Zitternd sitzen wir beisammen, denn es ist eisig kalt hier. Gut, dass wir einen Pullover mitgenommen haben. Nein, wir haben uns nicht verflogen, wir sind auch pünktlich in Kuwait angekommen.

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Aber jetzt von vorne: Amman am 17 Juni um 08:30. Vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht wurden wir (standesgemäß) von einem Chauffeur, organisiert wiederum von Rami. Nach den Formalitäten am Flughafen Amman und der üblichen Diskussion mit der Handling Agentur, haben wir nach einer halbstündigen Wartezeit auch unser heiß ersehntes Avgas bekommen.

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Wir gewöhnen uns schon daran, dass alles ein bisschen länger dauert und haben gleich mal unseren Flugplan eine Stunde nach hinten verschoben. Grundsätzlich sind aber alle total nett und zuvorkommend, darum haben wir auch keine Probleme damit. Das „Welcome to Jordan“ haben wir wirklich genossen.

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Weiß, beige, creme, gelb, rot, das sind die Farben, die uns die nächsten 4 ½ Stunden verschönern. Gleich nach dem Start in Amman empfängt uns eine Gegend, die so unwirtlich daliegt und vielleicht gerade deshalb eine solche Faszination ausstrahlt. Die Farben der Wüste werden nur manchmal durch ein paar dunkle Gesteinsformationen unterbrochen, ansonsten ziehen wir über Landschaften hinweg, die von der Sonne und dem Wind gestaltet wurden. Dass trotzdem immer wieder kleine Dörfer oder Siedlungen zu erkennen sind, ist unglaublich. Wie kann man hier nur leben oder überleben. Der Wind meint es ebenfalls gut mit uns, und treibt uns in 4000 m zügig über dieses Sandmeer. Das beruhigt uns ziemlich, denn dieser Streckenabschnitt war als einer unserer längsten geplant. Kalkuliert waren 5 Std Flugzeit, und dass sich der Rückenwind tatsächlich an die Windcharts hält, ist ja nicht immer der Fall. Hier war es aber so, und deshalb konnten wir den Flug südlich der Irakischen Grenze - mitten durch Saudi Arabien - wirklich genießen. Ca. 1 Std vor Kuwait wurde es unter uns aber doch immer undurchsichtiger. Ein kräftiger Wind am Boden treibt die feinen Sandkörner durch die Luft und eine gelbe Masse liegt wie ein dichter Nebel über der Erde. Jetzt verstehen wir auch den Wetter Forecast für Kuwait, der gemeint hat, „Sky clear but 1000 m visibility“ Ohne Sequencing Flashing Lights im Anflug hätten wir die Piste, die die gleiche Farbe wie die Umgebung und der Sandnebel hatte, wohl niemals gesehen (Anm. es war helllichter Tag). Aber Otmar hat den ILS Anflug trotz heftiger Turbulenzen exakt abgeflogen, und vor uns ist kurz vor Erreichen der Entscheidungshöhe ein Lichtermeer aufgetaucht. Probleme macht uns lediglich der Gashebel, der sich (gerade im unteren Leistungsbereich) nicht einstellen lässt. Entweder 15 inch Ladedruck oder gar nichts. Dazwischen gibt’s nichts. Das macht das Landen, speziell bei anspruchsvollen Wetterbedingungen nicht gerade einfach.

Nach dem Aufsetzen war das Erste natürlich sofort das Fenster mal aufmachen, da es im Flieger klarerweise schon sehr heiß geworden ist. Das war allerdings eine sinnlose Aktion. Ein Blick auf unser Außenthermometer zeigt es ganz deutlich: 45 Grad im Schatten, aber glücklicherweise ein total trockener Wind. Ein Gefühl, als ob man vor einem Hochofen steht. Dieses Gefühl durften Walter und Otmar noch eine gute Stunde auskosten, denn die waren zuständig fürs Auftanken des Fliegers. Nachdem der Wagen mit unserem Lieblingssaft (Avgas) angekommen ist, wurde ein Barrel (200 l) in einem Fass abgeladen. Man konnte das Benzin nur Fassweise kaufen. Also entweder 200 Liter oder 400 Liter. Da es morgen nach Dubai nur ca. 3 Flugstunden sind, haben wir aber mit einem Fass genug. Froh waren wir aber, dass wir unseren Tankfilter mitgenommen haben. Der Sprit wurde mit einer Handpumpe zur Einfüllöffnung gepumpt und, nachdem das Procedere abgeschlossen war - eben nach einer Stunde - haben wir jede Menge an Eisenspäne im Filter gefunden.

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Während Walter und Otmar das Vergnügen in der „frischen“ Luft hatten, ist Herbert mit der Handling Agentur beschäftigt worden. (Wir sind mittlerweile überzeugt, dass die Nachkommen sämtlicher Raubritter aus dem Mittelalter auf die Flughäfen verteilt Handling Agenturen aufgemacht haben!). Wir nehmen uns aber Zeit zum Plaudern und versuchen die Preise die angeboten werden, erträglicher zu gestalten. Bei unseren letzten Stationen hat es geholfen. Hier scheint es allerdings ziemlich schwierig zu werden. Handling ist mandatory, aber es gibt nur eine Agentur – also Narrenfreiheit. Ohne Wettbewerb ist man beim Handeln der Zweite. Inschallah!

Jetzt aber sitzen wir im Hotel-Restaurant und frieren. Kaum kommt man in irgendeinen klimatisierten Raum, wird die Temperatur auf mittlere österreichische Wintertage abgestimmt. Von überall her wird einem ein kalter Wind ins Gesicht geblasen.

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Dies hält uns aber nicht davon ab, den Abend zu genießen. So wie schon gestern in Amman haben wir auch heute unseren kulinarischen Höhepunkt. Homos, in Weinblätter gerollte Köstlichkeiten, Aufstriche, Salate, Hühnchen, Lamm und eine Unzahl an orientalischen Geschmacksvariationen bietet die arabische Küche. Und die speisen wir, bis wir uns kaum mehr rühren können. Die Gefahr, dass wir deshalb nicht schlafen können, besteht nicht. Wir sind hundemüde.