Kuwait – Dubai

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Eine Stunde warten bei 40 Grad im Flieger war heute angesagt. Obwohl unser Flugplan bestätigt war, ist er nicht bis zum Tower in Kuwait City gekommen. Nach der 4. oder 5. Anfrage, ob wir jetzt den Flieger anlassen dürfen, kam die verzweifelte Stimme des Lotsen „ I swear, sir, I don‘t have a flight plan for your flight“. Irgendwann ist aber dann doch die erlösende Nachricht über den Funk gekommen: „Start up approved.“

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Der Flug nach Dubai selbst war ruhig, angenehm und selbst in einer Höhe von 4000m noch ziemlich warm.

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Aber wie halt schon gewohnt, sind aber die wirklichen Herausforderungen am Boden zu finden. Diesmal ist es der Tankdienst, der uns als Vorbote prophezeit, was uns in Pakistan und Indien erwarten wird.

Gleich nach dem Erreichen unserer Parkposition sind schon die Handling-Agenturen um uns herumgeschwirrt. Wir haben beschlossen, den Flieger gleich vollzutanken um beim Abflug in 3 Tagen keine Verzögerungen mehr zu haben. „No problem, it takes just 5 minutes“ war die beruhigende Antwort des Mitarbeiters, nachdem er mit dem Tankdienst telefoniert hat, und ist wieder weggefahren. Die „5 Minuten“ hat Otmar genutzt, um mit Wolfgang Gösweiner zu telefonieren, der bereits im Flughafen auf uns wartete. Wolfgang ist Linien-Pilot bei der Air Arabia und lebt schon seit 3 Jahren in Dubai. Wie lange 5 Minuten sein können, war uns auch nicht bewusst. Wolfgang als Ortsansässiger, und wir als diejenigen, die bei 40 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit am Vorfeld darbten, haben während dieser angekündigten „5 Minuten“ alles Erdenkliche versucht, um irgendjemand zu unserer Abstellfäche zu bekommen. Dank einiger Interventionen von Wolfgang ist endlich nach 1 1/4 Stunde ein Auto vorgefahren, mit der Mitteilung, es möchte jemand mit ihm ins Büro kommen. Otmar war sofort dabei und kam nach einer halben Stunde wieder zum Flugzeug zurück mit der Mitteilung, wir müssen den Sprit vorher bezahlen – das heißt ein Deposit von 1000 USD zu hinterlegen. Kein Problem. Mit dem Geld in der Tasche geht’s wieder zurück ins Büro. Dort angekommen, hat der zuständige Mitarbeiter mittlerweile die Treibstoffbestellung über 220 l von Amira Air gefunden, die Karl Ottet bereits vorsorglich schon vor Tagen von Wien aus geschickt hat. Also kein Problem mehr und der Tankwagen kommt endlich angerollt. Bei exakt 220 l wird allerdings der Tankvorgang unterbrochen, mit der Mitteilung, dass ja nur diese Menge bestellt war. Sämtliche Argumente und Angebote - wir zahlen den Sprit ja ohnehin sofort und in bar - sind auf taube pakistanische Ohren gestoßen. 220 l sind bestellt, und mehr gibt es auch nicht. Basta! Das ist bitter, denn unser nächster Flug nach Karachi am 21.6. dauert über 4 1/2 Stunden, und wir brauchen einen vollen Tank. Jetzt müssen wir schauen, wie wir beim Abflug noch 60 l Avgas auftreiben.

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Bis all dies erledigt war, und wir endlich den Terminal erreichten, sind nun über 3 Stunden verstrichen. Geschafft! Oder? Die Grenzkontrolle sieht das ganz anders. Wir drei Piloten ziehen zielstrebig vorüber an den Schlangen der normalen Abfertigung zum CREW-Schalter, wo nach der General Declaration gefragt wird. Wir haben zwar welche dabei, aber da ist kein Stempel drauf. Also legt Wolfgang, der die ganze Zeit schon auf uns gewartet hat, sich ins Zeug und bemüht sich, dass jemand vom Handling kommt um die Gen Dec zu stempeln. Nach einer weiteren 3/4 Stunde sind wir mit der Gen Dec von Kuwait wieder zum Schalter gegangen. Der Zettel wurde hin und her gedreht, da ja nichts von Dubai draufsteht, aber die paar Stempel dürften den Beamten dann doch genügend beeindruckt haben, sodass wir endlich aus dem Flughafen entlassen werden konnten.

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Wolfgang Gösweiner hat bereits für unseren Aufenthalt alles bestens organisiert. Eingebucht im Kempinski Hotel direkt am Meer in Ajman wurden wir wie gute Freunde empfangen. Kein Wunder, der Wolfgang ist hier fast zuhause. Die 3 Empfangs-Bier in der Hotelbar waren dann, hoffentlich für jeden verständlich, schon während des Zuführens an den Mund von unserem Körper und unserem Geist wie ein Schwamm aufgesaugt worden. Nach diesem schweißtreibenden Nachmittag in der Hitze Arabiens wurde der Abend dementsprechend gefeiert.

 

19 und 20 Juni 2011

Die Nächsten beiden Tage in Dubai waren höchst notwendig zum Ausrasten beziehungsweise zum Fertigplanen für unsere nächsten Destinationen. Wolfgang nimmt sich jede Menge Zeit für uns und versorgt uns haufenweise mit wertvollen Informationen für Pakistan und Indien.

Die nächste Überraschung mit der Bürokratie der Flughafenbediensteten hat allerdings nicht lange auf sich warten lassen - dies ist allerdings eine andere Geschichte in der nächsten Folge!