Dubai - Golf von Oman und zurück

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Um 7 Uhr morgens sind wir bereits wieder am Flughafen angekommen, um ja rechtzeitig um 9 Uhr abheben zu können. 2 Stunden sollten ja doch reichen - es war ja am Vortag alles organisiert worden. Um 10 Uhr sind wir dann wirklich abgehoben. Auf nach Karachi! Wir sind ja bereits ideal von den Kollegen in den Emiraten punkto Bürokratie geschult worden - es kann uns somit ohnehin nichts aus der Ruhe bringen. Idealer Abflug aus Sharjah und die vielen guten Tipps von Wolfgang alle beherzigend, fliegen wir dem Osten entgegen. Beim Einfliegen melden wir uns natürlich bei „IRAN AIR DEFENCE“. Diese Frequenz ist eine ganz besondere. Niemand sagt oder informiert einen (außer Wolfgang), dass dies notwendig ist. Funkt man da nicht hinein, kommen die Abfangjäger. Wir haben auf dieser Frequenz ein bisschen mitgehorcht, und wir sind froh gewesen, diese Info bekommen zu haben.

Oman, Iran der Golf von Oman - und wir in 13000 Fuss darüber. Alles läuft wie geschmiert. Nach gut einem Drittel unserer geplanten Route wüssen wir feststellen, dass unser Flieger keine Lust mehr hatte, einfach nur die Höhe zu halten, sondern beginnt sich wie auf einer Hochschaubahn zu bewegen: Rauf – runter – rauf – runter,….

Herbert, der diesmal das Vergnügen hat, als PIC zu fliegen, versucht den Autopilot erst mal abzudrehen, um diesen dann wieder in Gang zu setzen. Doch siehe da, der will plötzlich nicht mehr (nein, nicht der Herbert, sondern der Autopilot)! „Sollen wir nun die ganze Strecke händisch fliegen?“ - Die Entscheidung war sofort und einstimmig: Zurück zu den Sharjah-Bürokraten. Die Hoffnung, dort einen Service für die Avionik zu finden, ist doch größer als in Karachi.

Schweißgebadet nach einem wirklich anstrengenden Flug in IMC (Instrument Meteorological Conditions) aber gesund und glücklich erreichen wir nach insgesamt 4 Stunden Flug wieder Sharjah, und wir gestehen uns ein, dass ein Fliegen ohne Autopilot bei nahezu null Sicht (wir fühlten uns richtig „benebelt“, denn bei dieser Luftfeuchtigkeit sehen wir zwar etwas zu Boden, aber rund um uns herum erkennen wir gar nichts) nicht zu den Highlights unseres Abenteuers zählt.

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Eines ist uns jedenfalls nach dieser Aktion bewusst geworden: Viele Angehörige und Freunde verfolgen unsere Route fast minütlich mit und haben uns noch während des Rückfluges massenweise besorgte SMS geschickt, die wird sofort nach der Landung in Empfang genommen haben.

Nach der Landung, Arabien mal anders. Wir rollen gleich zur maintenance, wo uns hilfsbereite Mitarbeiter empfangen. Leider ist unsere Cessna ein bisschen zu klein, denn die Werft ist spezialisiert auf Airbus 320. Aber ein ausgesprochen engagierter Manager ruft unerbittlich sämtliche ihm bekannte Rufnummern an, um jemand zu finden, der uns helfen kann. Brian Blazek war dann der Mann der Stunde. Der Head of Aircraft maintenance der Alpha Aviation Company ist sofort zur Stelle.

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Zum Austesten der Avionik hat er leider keine passenden Geräte, aber er bemüht sich ausgesprochen fürsorglich und vermittelt uns an einen Freund in Abu Dhabi, der eine Avionik Firma dort betreibt. Leider ist es heute schon zu spät zum Hinfliegen. Morgen bald in der Früh geht’s wieder zum Flugplatz. Was uns da bloß wieder erwarten wird?