Über 10 Stunden im Flugzeug

  • 14_nagpur_dubai

Auch heute wieder ein typisches Indienwetter. Moderate Rain - das ist OK. Den gestrigen Leg von Chittagong nach Nagpur könnten wir zum Beispiel heute unmöglich fliegen. Das Wetterradar zeigt dichteste Wolken und heavy rain für diese Strecke. Der heutige Abschnitt ist zwar auch etwas nass, aber doch fliegbar.

  • p1060520

Wir verlassen unser wunderschönes Hotel also wieder zeitig am Morgen. Das Sun and Sand Hotel liegt ca. 5 km vom Flughafen entfernt und hat uns gestern Abend doch ziemlich überrascht. Ein pipifeines, nagelneues 5 Sterne Hotel mitten im Niemandsland. Es ist wirklich jammerschade, dass wir das Angebot des Hotels nicht ausnutzen konnten.

Nicht einmal zum Frühstücken kommen wir. So wie in den letzten Tagen versuchen wir, so zeitig wie möglich am Flughafen anzukommen und abzuheben. Um 6 Uhr steht das Taxi bereit und wir sind wieder mal auf dem Weg zu unserem Flieger.

Die gestern hoch und heilig versprochene halbe Stunde wird es zwar nicht (wir haben‘s eh nicht geglaubt) aber in rekordverdächtigen 1,5 Stunden haben wir das ganze Prozedere am Flughafen abgewickelt - und alles ohne Handling Agentur.

  • dsc_0165
  • dsc_0251
  • dsc_0131
  • dsc_0104

Den ersten Leg heute hat der Otmar gewonnen. Ohne Autopilot geht’s hoch in FL 140. Sauerstoff wird ausgepackt und dem Regen auf unserer Scheibe zugesehen und gelauscht. So wie im Wetterbericht angegeben, lichten sich nach ca 4 Stunden Flugzeit die Wolken. Kurz vor Karachi kommt dann die Sonne zum Vorschein. Kurz vorher haben wir noch die Heizung im Flieger eingeschaltet, jetzt ist es innerhalb von Minuten ziemlich warm geworden. Aber trotzdem freuen wir uns, wieder mal Licht zu sehen und schalten einfach die Lüftung ein.

  • dsc_0105
  • dsc_0116

In Karachi kennen wir mittlerweile auch schon das Procedere, und ersuchen sofort nach dem Landen zur Tankstelle zu rollen, die ja außerhalb des offiziellen Flughafengeländes liegt.

Wir versuchen alles so rasch wie möglich abzuwickeln, denn heute haben wir noch einen zweiten Flug nach Sharjah vor uns. Es hilft nichts, alles braucht seine Zeit. Und so sind es statt 1,5 Stunden doch fast 3 Stunden geworden, bis wir endlich wieder von Karachi Abschied nehmen können. Das Wetter entspricht jetzt wieder viel mehr unserem Geschmack.

  • dsc_0192

Es ist zwar ziemlich warm - auch in Flugfläche 120 haben wir noch 15 Grad - aber dafür dürften unsere Instrumente im Flugzeug wieder ausgetrocknet sein. Der Autopilot lässt sich wieder aktivieren - das ist eine echte Erleichterung. Wir waren aber schon bereit, die Heimreise auch ohne diesen Komfort weiterzufliegen.

Die Sonne scheint uns unbarmherzig ins Gesicht. Der Anflug ist genau in Richtung Westen und wir sehen beim Landeanflug rein gar nichts. Mit zusammengekniffenen Augen konzentrieren wir uns auf unsere Instrumente und versuchen die Sonne mit allen möglichen Hilfsmitteln ein wenig abzuschirmen. Glücklicherweise landen wir genau bei Sonnenuntergang, das heißt, ein kleiner roter Punkt weichgezeichnet vom Dunst der Hitze bildet die Verlängerung der Piste 30.

  • dsc_0407
  • dsc_0417

Wir lassen uns auf nichts mehr ein, und ersuchen über Funk gleich nach dem Landen den Tankwagen zu schicken. Auf unserer Parkposition angelangt, kommt auch schon der Crewbus um uns abzuholen. Wir schicken ihn wieder weg, denn wir wollen ja vorher tanken. Obwohl uns versichert wird, dass gleich jemand kommt, warten wir in der Dunkelheit fast eine Stunde bis die Antwort kommt: Unser Flug ist erst für morgen angemeldet, also bekommen wir auch erst morgen unseren Sprit („Welcome to the UAE“). Wir kriegen einen roten Kopf, und können uns nur schwer beherrschen. Aber gegen diese Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Wir holen also den Crew bus zurück und fahren mal zum Tankstellenbüro. Nach einigem hin und her schaffen wir es, dass unser Flieger gegen Vorauskasse getankt wird - in einer Stunde. Warum? Das ist halt so!

In der Zwischenzeit fahren wir zum Operation Center, wo wir unsere Vorbereitungen für den Weiterflug machen. Hier werden wir bereits freundlichst begrüßt. Wir kennen ja mittlerweile die ganze Mannschaft, und es wird wirklich versucht uns weiterzuhelfen. Hier wird uns auch mitgeteilt, dass wir vom Chef des Büros das Permit bekommen haben, heute in Sharjah zu landen - unser Permit beginnt ja erst um Mitternacht, und wir sind ein paar Stunden früher angekommen. Das hier ist der einzige Ort am Flughafen, wo wirklich versucht wird, etwas für uns zu tun. Aber auch für die Mitarbeiter hier ist es schwierig, gegen die Bürokratie der Araber anzukämpfen. Man nimmt die Gegebenheiten einfach stoisch hin.

  • dsc_0277