Wir sitzen in Dubai fest

Um 5 Uhr früh sitzen wir schon wieder im Taxi zum Flughafen. Nicht nach Sharjah fahren wir, Dubai-Airport ist jetzt mal das Ziel. Unsere Engel in Österreich haben alles in Bewegung gesetzt, um die benötigten Ersatzteile unseres Auto-Piloten hierher bringen zu lassen. Ein Kollege von Dominik hat diese Aufgabe übernommen. Um 5:46 ist die Lufthansa-Maschine pünktlich gelandet und so warten wir jetzt in der Ankunftshalle auf Christoph, den Piloten dieses Fluges. Nach einer halben Stunde kommt endlich das ersehnte Paket in den Händen von Christoph, der allerdings ziemlich sauer und genervt das Päckchen mit den Worten überreicht „Dat war aber jetzt nich so doll orjanisiert!“. Er hatte wegen der Ersatzteile beim Zoll ziemlichen Erklärungsbedarf. Um ehrlich zu sein: Nach den Erfahrungen, die wir mittlerweile mit den offiziellen Stellen hier gemacht haben, hätte uns alles andere fast gewundert. Aber wir sind trotzdem heilfroh, die beiden Teile in den Händen zu haben, und an dieser Stelle noch mal ein DANKE an Christoph.

Wir haben nun sofort das Paket aufgemacht, die beiden elektronischen Teile in unsere Pilotentaschen verteilt, und sind mit dem nächsten Taxi zu unserem „Heimat-Flughafen“ gedüst. Jetzt hoffen wir natürlich, dass die beiden Ersatzteile unser Problem mit dem AP lösen können.

In der Werft angekommen (mittlerweile schaffen wir das in einer halben Stunde vom Eingang bis zum Ziel!!), möchte der Techniker sich selbst das Nicht-Funktionieren des AP noch mal anschauen und da wir die Starterlaubnis vom Vortag nicht verfallen lassen wollen, requesten wir um einen Take off für eine Platzrunde. Air-Arabia hat natürlich Vorrang, und so stehen wir doch eine lange Zeit am Holding Point bevor wir starten dürfen. Gas rein und los geht’s - genau bis zum rotate (= Abheben). Da heißt es „STARTABBRUCH!!“. Die Öltemperaturanzeige ist im roten Bereich, der Öldruck am unteren Ende des grünen Bereiches. Dazu kommt, dass generell die Zylinderkopftemperatur-Anzeige falsch anzeigt. Dies haben wir aber schon vor dem Abflug mit der Werft in Linz abgeklärt, aber da auch diese Anzeige voll im ROTEN ist, gibt es keine andere Wahl für uns.

Die Öltemperaturanzeige haben wir ja schon beim letzten Flug genau im Auge behalten, da diese in einer Flughöhe von 13000 Fuss (ca 4000 m) und einer Aussentemperatur von 7 Grad nah an die Red-Line gegangen ist. Im Sinkflug hat sich das normalisiert, und deshalb ist das von uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Problem erkannt worden. Aber jetzt!!??

Hier gibt es keine Diskussion. Wir hinterlegen die Ersatzteile des AP bei Brian, der sich dieses Problems angenommen hat. Aber nun brauchen wir eine zertifizierte Werft, die sich den Motor ansieht. Brian hat zwar die amerikanische Lizenz, ist aber leider nicht EASA zertifiziert - und beim Motor ist nicht zu spaßen.

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Nur, wo anfangen? Mittlerweile ist Wolfgang, unser Air-Arabia Pilot von einem Flug zurückgekommen, und hat uns wieder in sein Auto gepackt. Wir fahren Richtung Norden, da kennt er einen kleinen Privat-Flugplatz, auf dem bestimmt auch eine Werft dabei sein wird. Zwischendurch bemüht er sich, seine Kontakte spielen zu lassen, und ruft Gott-und-die-Welt an, um uns irgendwie helfen zu können.

Die Fahrt dahin durch die karge Gegend ist wunderschön und ein Genuss. Der Flugplatz sieht allerdings sehr verlassen aus, und wir klopfen an jedem Fenster und probieren jede Tür.

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Ein paar hundert Meter Richtung Meer, ist ein kleines Restaurant, also gehen wir mal dahin und bestellen was zu trinken. Ein Mitarbeiter teilt uns mit, dass der Flugplatz schon seit 2 Jahren geschlossen ist. Er hat allerdings zufällig noch eine letzte Broschüre vom ehemaligen Flugplatz, und wir haben wieder mal eine Telefonnummer, die wir anrufen können. Über diese Umwege kommen wir tatsächlich zu einer kleinen Werft, und nun hoffen wir alle inständig, dass wir morgen einen Schritt vorwärts kommen.