Türkischer Honig

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Der Abschied von Täbris war so wie die Ankunft. Unkompliziert und wirklich bemüht haben wir sogar Sauerstoff für unsere Weiterreise bekommen. Reisepass? Ja, nachdem wir bereits beim Flieger waren, wurde der noch kurz kontrolliert, und unser Zettel mit dem Einreisestempel hat ein Brüderchen für die Ausreise erhalten. Das war‘s. Wir verlassen laut Medienberichten eines der gefährlichsten Länder der Welt - einen Schurkenstaat? Wir sehen das ganz anders!!

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Die Bergwelt, die sich unter uns ausgebreitet hat, war sicherlich einer der fliegerischen Höhepunkte unserer Reise. Wir konnten uns kaum sattsehen an der eigenwilligen Landschaft. Einzelne Bergdörfer, die verstreut in der kargen Gegend liegen, umgeben von steil aufragenden Felsen und am Rande von Bergseen. Obwohl wir in Flugfäche 160 reisen, ist der Abstand nach unten nicht so groß, und wir betrachten die an und für sich arme Landschaft. Ob die Leute, die hier wohnen, es auch so romantisch sehen wie wir, ist fraglich. Dieses Grenzgebiet zwischen dem Iran und der Türkei ist ja immer wieder Schauplatz für Streitigkeiten zwischen den Ländern. Aber der Eindruck, der diese Region auf uns macht, wirkt wie eine Mondlandschaft. Unnahbar und trotzdem schön.

 

ADANA

Gerettet wurde die Ehre der Türken von ein paar Flughafenmitarbeitern. Ahmet Ilker Gakir von der Zollbehörde sowie der Flughafen-Manager haben sich um uns angenommen. Wir waren schon soweit, sofort weiterzufliegen. Gleich nach der Landung am Airport von Adana, werden wir wieder von der Handling Mafia umringt. Organisiert wurde das Auftanken hier am Flughafen von Multicard, die von Amira Air beauftragt wurde. Bis jetzt hatten wir keine Chance, mit dieser Karte auch nur das Geringste zu bezahlen. Multicard macht es sich sehr einfach, und engagiert einfach eine Handling Agentur. Abkassieren wollen alle, und das nicht zu knapp. Wir sind stocksauer, als sich das Auftanken als Full-Service mit Ground Handling und allem weiteren herausstellt. Wir wollen das alles nicht. Als eine wirkliche Gewandlaus entwickelt sich der für das Auftanken georderte Türke mit holländischem Migrations-Hintergrund: „Handling ist unbedingt notwendig und vorgeschrieben!“ Wir behaupten das Gegenteil. Dann wird geschachert. Eine zweite Handlingagentur schaltet sich ein. Die beiden machen sich auf Türkisch die Preise aus, und wollen uns einfach abzocken.

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Nun bestehen wir darauf, dass eine offizielle Person vom Airport kommt, damit wir unsere Landegebühren bezahlen und den nächsten Flugplan aufgeben können. Es wird von den beiden Firmenmitarbeitern telefoniert und in alle Richtungen interveniert, aber wir bleiben hart. Immer wieder kommen neue Argumente und Drohungen: Wir hätten kein Landepermit etc. Aber wir haben alles, und wollen mit den Handlingmenschen nichts mehr zu tun haben. Nach einiger Zeit kommt der Airportmanager, der zwar fast kein Englisch spricht, aber wir erkennen sofort, dass er auf unserer Seite steht. Dann noch Ahmet Ilker Gakir von der Zollbehörde, der sich sofort um uns annimmt. Also versuchen wir die Handling-Laus abzuschütteln. Doch die ist wirklich hartnäckig. An allen Stellen versucht er, seine überhöhten Forderungen an uns zu argumentieren. Beim Tanken versucht er zuerst, einige Liter Avgas dazu zu schwindeln. Leider haben wir alles beobachtet und wissen genau, wie viel wir bekommen haben. Dann versucht er noch, eine Mehrwertsteuer draufzuschlagen, obwohl alles Bruttopreise sind. Diese erbärmliche Kreatur unterlässt nichts, um uns abzukassieren. Die Handling-Laus von der zweiten Agentur ist in Deutschland aufgewachsen, und versucht, auf seine süße Art uns seine Dienste anzubiedern. Das kotzt uns an, die Preise haben sich die beiden untereinander abgesprochen - Neben uns, denn wir verstehen ja kein Türkisch. Aber die Körpersprache kennen wir doch. Im Iran war das anders, Hussein und seine Leute haben sich auf eine unaufdringliche Art wirklich bemüht, und uns weitergeholfen. Das was wir hier in Adana erleben, ist einfach peinlich.

Schließlich erbarmen sich aber doch die Flughafenmitarbeiter und nehmen sich um uns an. Wir lassen die keifenden Agenten beim Flieger stehen, und gehen mit Ahmet über das Flugfeld einfach zum Hauptgebäude, was anscheinend laut den Ungustln gar nicht möglich wäre. Wie gesagt, die beiden Offiziellen haben sich wirklich bemüht, uns in Adana als Gäste zu behalten. Ab dann ist es wieder wie gewohnt gelaufen. Wir haben unser Visum sofort und unkompliziert bekommen, und haben im Zollbüro die notwendigen Formulare ausgefüllt. Alles in angenehmer Atmosphäre und Ruck-Zuck erledigt.

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Ein Haus für Gott. Für welchen? Das ist uns egal - dieses Bauwerk ist einfach gigantisch. Die Babanci Merkez Cami‘i Moschee wurde 1998 fertiggestellt, und beeindruckt schon beim Hingehen.

Inmitten eines großen Parks gelegen, überragen die 6 Minarette die riesige Kuppel. Im Inneren lassen die unzähligen handwerklichen Details das Auge nicht zur Ruhe kommen. Die positive Stimmung in dieser Kathedrale fordert auf zum Innehalten und In-sich-gehen.

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Sofort werden wir von einer total freundlichen türkischen Familie aus Kapatokien angesprochen. Die beiden Töchter (15 und 20 Jahre) sowie deren Eltern freuen sich, ein paar englische Sätze mit uns auszutauschen.

Gleich danach werden wir von einem Bediensteten der Moschee angesprochen, ob wir vielleicht auf eines der Minarette hinaufwollen? - Wir wollen! Einer nach dem anderen fährt mit dem Lift 80 m in die Höhe auf die Spitze eines der sechs Minarette. Der Rundumblick über die Stadt ist atemberaubend.

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