Sharjah Airport - Unsere neue Heimat

Gespannt lauschen wir den Geschichten der hier arbeitenden Ausländer. Die Erfahrungen mit den Behörden erinnern stark an die Märchen von 1001 Nacht. Mit unseren bisher gemachten Erlebnissen glauben wir ihnen allerdings jedes Wort. Aber diejenigen, die unter diesen Bedingungen arbeiten, nehmen auch etwas von der Gemütlichkeit in sich auf. „Gleich“ heißt „Irgendwann“ und „In einer halben Stunde“ bedeutet „2, 3 oder 4 Stunden“ - oder so ähnlich. Inschallah!

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Denn obwohl Brian uns zugesagt hat, unseren Flieger heute anzuschauen, müssen wir uns doch noch in Geduld üben. Die eigenen Flugzeuge der Flugschule haben Vorrang, und wir sitzen wieder mal in unserem „Wohnzimmer“ herum. Das Aufstehen um 5 Uhr früh war somit ziemlich umsonst. Wir lassen uns die gute Laune nicht ganz verderben, aber über eines sind wir uns im Klaren: „WIR WOLLEN WEG VON HIER!“. Pakistan und Indien, von denen wir die schlimmsten Befürchtungen betreffend Bürokratie hatten, können uns nicht mehr schrecken. Wir sehnen uns geradezu danach.

Gemeldet hat sich heute auch noch unser erster Kontakt betreffend Reparatur, Thomas Hughes. Er möchte uns ebenfalls helfen, und kommt zum Flughafen. Wir erinnern ihn noch, ob er das Prozedere zum Erlangen einer Eintrittsbewilligung kennt. Aber als hier Ansässiger dürfte das für Thomas wohl kein Problem sein. Wir schalten noch unsere Freunde vom Sharjah Aviation Service ein, die uns mittlerweile auch schon kennen, um den Vorgang bei der Airport Security zu beschleunigen. Natürlich helfen die uns sofort. Trotz aller Bemühungen scheitert die Eintrittsberechtigung von Thomas an einer lächerlichen Kleinigkeit: Er hat zwar den Reisepass, aber kein Passfoto mit.

Nach mehr als zwei Stunden kommen Herbert und Walter somit unverrichteter Dinge wieder zurück zu Brian‘s Hangar. Nun haben Brian und sein Team allerdings Zeit, und helfen uns beim Ölwechsel.

Nachdem dies geschehen ist, würden wir gerne einen kurzen Checkflug machen, um auch in der Luft zu sehen, dass der Motor unseres Fliegers wie ein Kätzchen schnurrt. Da wir einen Sichtflug durchführen möchten, nehmen wir uns für diesen kurzen Flug noch einen Fluglehrer von Alfa Aviation mit - er kennt die Gegend und das Procedere am Flughafen einfach sehr gut - und lassen uns vom Hangar zu unserer eigentlichen Parkposition am Airport schleppen.

Der Flugplan ist bereits aufgegeben, noch ein kurzer Funkspruch zu Sharjah Tower: „OEDUR request startup for a short testflight“ und dann sollte es eigentlich losgehen. Die Antwort kam relativ schnell: „OEDUR, you have no permission for starting your engine. Please contact Sharjah Ground on 129,6“. Wie bitte?? Wir haben doch den Flugplan korrekt ausgefüllt - was soll das also?? Nachdem wir die Ground-Frequenz gerufen und unser Begehren kundgetan haben, war uns ziemlich schnell klar: Das wird eine längere Geschichte. Um es aber kurz zu machen, wir sind nicht geflogen. Für einen Testflug benötigt man nämlich ein Permit (Logisch, oder?). Von wem? 1. Airport security, 2. Operator, 3. Civil Aviation, 4. Tower usw.

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