Sprung nach Europa

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Bei der Abflughalle in Adana werden wir schon von Ahmet erwartet. Mit seinem freundlichem Lächeln und seiner sympathischen Art haben wir ihn sofort ins Herz geschlossen, und er anscheinend auch uns. Er hätte auch gerne den Pilotenschein gemacht und freut sich, uns drei verrückte ein bisschen zu unterstützen. Die Abfertigung ist dank seiner Hilfe ein Kinderspiel. Innerhalb von 15 Minuten haben wir die Landegebühr bezahlt, die Immigration erledigt, und die Zollabfertigung unterschrieben. Jetzt tut es uns fast leid, dass wir schon aus Adana abreisen. Es war ein kurzer, aber schöner Aufenthalt hier. Wir kommen sicher wieder mal hierher.

Während des Fluges hören wir im dichten Funkverkehr von Antalia ein kurzes „Seid‘s ihr vom Flugring?“. Umschalten auf Frequenz 123,45 und ein herzliches „Hallo“. Tyrolean Air Ambulanz ist unterwegs Richtung Süden. Wir sind überrascht: Der Pilot hat schon gewusst, dass wir von Vietnam Richtung Heimat unterwegs sind. Er hat den Blog auf unserer Webseite mitverfolgt. Zwischen Bodrum und Antalia hat sich auch noch die Finnair für uns eingesetzt und ein Relais gemacht. Wir sind wieder mal eine Zeitlang ohne Funkempfang unterwegs.

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Links von uns sehen wir schon die Piste von Samos und fragen nach einem „Direct to Airport“. Leider Nein - Das Anflugverfahren ist ganz anders. Ca. 100 Nautische Meilen beträgt der Anflug auf die kleine Insel. Rundherum führt die Luftstraße, und das in einer Höhe von 13.000 Fuß, obwohl die Piste in Sichtweite ist. Auf halben Weg kriegen wir dann aber doch eine Abkürzung, und fliegen in einem steilen Abstieg gerade über die Insel, über den Flughafen, und dann in einer scharfen Rechtskurve entlang der umgebenden Hügel auf die Piste 09. Ein toller Anflug. Nur eines geht uns nicht in den Kopf, dieses Procedere fliegt auch ein Airbus 320? Unmöglich! Wir können es nicht glauben, bis wir es mit eigenen Augen gesehen haben.

Gelandet auf einer Urlauberinsel, können wir nicht annehmen, dass hier 3 Zimmer auf uns warten. Auch hier aber das gewohnte Bild. Sofort wird telefoniert und organisiert, bis wir in der Nähe des Airports eine Bleibe gefunden haben. Da die Taxis gerade streiken, werden wir von einem kleinen Lieferwagen am Flughafen abgeholt und zu Samos Sun gebracht.

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Monika, eine gebürtige Burgenländerin, hat es vor 20 Jahren hierher verschlagen, und managt diese Anlage. Leider sind die Zimmer schon ziemlich heruntergekommen. Von außen sieht‘s ja gar nicht so schlecht aus, deshalb hat es wohl 2 Sterne. Innen würden wir die nicht hergeben.

Nach 6 Wochen in asiatischen und arabischen Ländern unterwegs, ist es für uns nun ziemlich verwirrend und frustrierend, in die Gesichter der Urlauber hier zu schauen. Die Mundwinkel nach unten gezogen, ein Lächeln schier unmöglich. Urlaub machen hier auf Samos muss wirklich eine traurige Angelegenheit sein. Überall, wo wir gewesen sind, wurden wir freundlich angesprochen, oder wir haben zumindest ein freundliches Lächeln erhalten. In Europa müssen wir uns erst wieder vermehrt daran gewöhnen, in finstere und hochnäsige Gesichter zu schauen.

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