Ein ganz normaler Tag

Thomas Hughes ist bereits seit 7:00 Uhr am Flughafen. Wir haben am Vortag noch mit ihm gesprochen. Es hat ihm aber keine Ruhe gelassen, dass wir mit dem Flieger starten wollen, ohne dass er ein Auge darauf geworfen hat. Also hat er sich gleich in der Früh wieder um eine Eintrittsbewilligung bemüht. Eigentlich sollte das ja kein Problem sein, denn Thomas ist bereits seit über 4 Jahren hier ein- und ausgegangen, und seine alte Berechtigung ist erst vor 2 Wochen abgelaufen. Das ist hier aber kein Argument. Das gesamte Programm wird von ihm abverlangt. Als wir uns 2 Stunden später treffen, lernen wir gemeinsam noch die letzten Winkel und Gebäude des riesigen Flughafenareals kennen. Wir glauben, es gibt mittlerweile niemanden, den wir nicht kennen und der uns nicht kennt.

Dem Chef der Airport Security müssen wir beweisen, dass wir berechtigt sind, eine Inspektion durchzuführen. Dank Austro Control und unserer „Pilot Owners Maintenance“-Berechtigung kein Problem (obwohl in Deutsch!). Er braucht nun nur noch ein schriftliches Ansuchen. Als er in unsere verdutzten Gesichter schaut, erklärt er sich bereit, dass wir ihm von seinem eigenen Computer ein Email senden dürfen. Er hat die Formulierung des Schreibens sogar selber übernommen.

Alles ist vorbereitet, der Ausweis für Thomas ist ausgestellt, also rein ins „Airport Passes“-Office und die Berechtigung abholen. Es ist 11 Uhr und die Karte liegt auf dem Tisch, aber mit einem freundlichen Lächeln wird uns gesagt, dass wir erst um 16 Uhr den Pass abholen können. Warum? Keine Ahnung! Inzwischen haben wir schon gelernt, ein ziemlich dämliches Gesicht zu machen. Mit dieser Waffe haben wir es aber geschafft, den Pass bereits um 13 Uhr zu bekommen.

Ohne „Maskierung“ (Pilotenhemden, Streifen und irgendeine Karte umgehängt) geht hier gar nichts!

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Brian, der Mechaniker von Alfa Aviation, und Thomas nehmen sich nun gemeinsam unserer Cessna an. Sonderbarerweise hat Brian, sonst immer „very busy“, alle Zeit der Welt. Aber wir sind froh, denn die beiden dürften sich wirklich gut auskennen, und man merkt an den Handgriffen, dass die Entscheidung, Thomas beizuziehen, ganz gut war. Es wird nun noch die Kompression der Zylinder geprüft, die Zündkerzen und alle in Frage kommenden Teile angesehen. Es fällt uns ein Stein vom Herzen, aber der Motor ist laut Aussage der zwei Spezialisten mehr als einwandfrei. Auch das Öl, das wir bereits gewechselt haben, wurde nochmal in Augenschein genommen und für tadellos befunden.

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Wir haben also jetzt bereits eine 50 Stunden Wartung gemacht. Wie bereits von den Profis vom Flugring angedeutet wurde, haben auch Brian und Thomas die gleiche Prognose abgegeben. Es ist einfach zu heiß um ein normales Procedere wie zu Hause fliegen zu können. „ES MUSS EIN STIEGL SEIN“ das ist das Motto für unsere nächsten Steigflüge. Und wir werden so bald als möglich in der Früh wegfliegen.

Im Nachhinein war es vielleicht eine unnötige Aktion, aber mit der Bestätigung, einen guten Motor im Flieger zu haben, fühlen wir uns trotzdem viel besser.

Mit allen Wassern gewaschen, als fast Sharjah Profis, geben wir einen Flugplan auf. Keinen Testflug, nein, einen ganz normalen Flug zum nächsten VOR und retour. So wie es in der ansässigen Flugschule üblich ist.

„Request start up“ usw. - „Is this a test flight?“ - „NEGATIV“ kommt es laut und bestimmt aus unserem Cockpit. Dann war es eine Zeitlang ruhig am Funk. Nach mehrmaligem Nachfragen, ob wir nun starten dürfen, kommt die fast schon erwartete Antwort. „Start up is not approved“, denn wir haben keine Landegenehmigung. Jetzt reicht’s uns, wir haben für diesen Tag aufgegeben. Nun bereiten wir alles vor, unseren Flug nach Karachi weiter fortzusetzten und gehen ins Operation Center. Obwohl uns die Leute dort wirklich unterstützen, wiehern die Kamele von allen Ecken und Enden. Wir brauchen noch ca. 3 bis 4 Permits, wir haben noch X Belege beizubringen etc. „Welcome to the UAE!“ Um 20:00 verlassen wir geschafft den Flughafen.

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