Am Weg nach oben

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Ehrfurchtsvoll und in angemessenem Abstand bleiben wir stehen und lassen ihn auf uns wirken. Mit Respekt gehen wir dann langsam - und immer wieder eine Pause machend - direkt auf ihn zu. Mal ein bisschen nach links, dann nach rechts und wieder eine Pause. Das Auge muss sich erst daran gewöhnen. Auch der Nacken meldet sich schon mit einem leichten Ziehen. Es dauert gewiss eine halbe Stunde, bis wir die vielleicht einhundert Meter zurücklegen. Aber er ist einfach zu beeindruckend. Im Einkaufszentrum rechts davon gehen wir hinein und besorgen uns ein Ticket. 20 Euro das Stück, aber wir müssen es haben. Wiederum dauert es ca. eine halbe Stunde bis wir vor der Tür zum Lift stehen, aber dann geht’s los, und das ziemlich schnell. Genau 1 Minute dauert es, und wir sind 452 m höher. Noch immer nicht ganz oben, aber doch schon über der Mitte im 124. Stock. Wir sind im Burj Khalifa angekommen. Das höchste Gebäude der Welt mit seinen 828 m Höhe und insgesamt über 189 Stockwerken ist wirklich unglaublich. Wenn man tatsächlich vor ihm steht, wird einem bewusst, was Größe bedeutet.

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Es ist unser erster wirklicher Besuch in Dubai. Abfahrt um 14:00 vom Hotel. Während der Fahrt arbeiten wir natürlich, denn es fehlen immer noch wichtige „Permits“, und von sich aus meldet sich hier niemand. Also telefonieren wir sämtliche wichtigen Ansprechpartner durch, sofern diese auch abheben. Mitten auf dem Weg nach Dubai, endlich haben wir den Chef der Airport Security an der Leitung: Wir sollten doch zu ihm ins Büro kommen.

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Damit hat er nicht gerechnet: Wir waren gerade fast am Flughafen und sind 5 Minuten später bei ihm. „Hello my friends“, nach ein paar freundlichen Worten teilt er uns mit, was er noch alles braucht. Aber wir haben alles schon x-mal geschickt. Ein Blick auf seine Emails und ein „aha“, „ja ja“, „aber“! Er benötigt noch ein paar Dinge, die wir aber unmöglich irgendwie herkriegen können (z.B.: L-Akt des Flugzeugs). Also verhandeln wir ein wenig, und letztendlich gibt er sich mit einer Kopie der letzten Seite des Logbuches (vorerst) zufriedenen. Wir düsen zurück ins Taxi, das gewartet hat, und sofort zurück ins Hotel. Logbuch (= Bordbuch) kopiert, gefaxt, gemailt und noch mal gefaxt, und noch mal gemailt und angerufen, ob es angekommen ist. Immerhin, es ist da, aber …. einen „Work Report“ möchte er doch noch haben. Wir haben allen seinen Wünschen untertänigst entsprochen, jetzt heißt es wieder warten.

Um 19:00 setzen wir uns wieder ins Taxi und starten einen 2. Versuch, nach Dubai zu gelangen - was wir hervorragend schaffen. Der Lohn, den wir jetzt erhalten, ist die Architektur, die in der Mitte der Wüste aus dem Nichts entstanden ist - Und das fast bis zum Himmel: „Take the earth to the sky.“ Aber das haben wir ja bereits beschrieben.

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Dass unser Taxifahrer von Dubai zurück kein Permit für Ajman hat, verwundert uns überhaupt nicht. Aber er hat trotzdem versucht, uns bei der Rückfahrt nahe an unser Hotel zu bringen. Nachdem er und wir es aber nicht gefunden haben, sind wir halt in ein anderes Taxi umgestiegen. Walter, der uns mittlerweile fast verhungert ist, konnten wir nur mit ach und krach vor dem Kollaps retten. Denn sämtliche Restaurants waren wegen des morgigen Feiertags geschlossen. Um 01:30 Uhr früh waren die Wiederbelebungsversuche erfolgreich abgeschlossen.

Ach ja – zum Abschluss noch eine kleine Geschichte aus den Emirates: Wir sehen, dass die roten Tankstellen alle geschlossen sind, die grünen allerdings offen. Die Aufklärung: „Emarat“ hat ein Permit gefehlt, hahahha! Aber das ahnt mittlerweile wohl jeder.