Der letzte Leg

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Eine besondere Stimmung ist heute schon beim Frühstück spürbar. Nach über 6 Wochen gemeinsamen Fliegens und miteinander Leben, steht heute der letzte Streckenabschnitt unserer Reise bevor. Wir haben es fast geschafft, und dementsprechend gut gelaunt gehen wir den heutigen Tag an.

Obwohl die Route von Dubrovnik nach Salzburg bekannt ist - oder vielleicht gerade deshalb - haben wir uns nochmals die Vorbereitung für diese Strecke gut angesehen. Das Wetter ist ja nicht nur in Indien ein Thema. Gerade unsere Alpen sind bekannt für zünftige Wetterkapriolen. Und so ist es dann auch bei unserem heutigen Flug keine Überraschung, dass die Voraussagen uns keinen blauen Himmel versprechen.

Der Flughafen von Dubrovnik ist an einem Samstag wie diesem in der Hauptsaison natürlich voll ausgelastet, und auch wir müssen einen Slot akzeptieren, 30 Minuten nach unserer geplanten Abflugzeit.

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Nach dem Start geht die Route vorbei an der Stadt Dubrovnik, und entlang der Küste gleich mal auf die geplante Flugfläche 120. Bereits vor der Grenze zu Slowenien müssen wir aber wetterbedingt schon auf Flightlevel 140 steigen, und die erste Vereisung auf den Tragflächen „lächelt“ uns entgegen. Die Sauerstoffzufuhr haben wir vorsorglich vorbereitet, und so steigen wir Schritt für Schritt in immer höhere Ebenen. Bei Level 170 angelangt, stehen immer noch übernatürlich große Wolkenformationen vor uns. Glücklicherweise sind es keine Gewittertürme, sondern einfache dichte Schichten. In dieser Höhe und bei diesen Temperaturen ist erfahrungsgemäß die Vereisungsgefahr nicht mehr so stark gegeben. So fliegen wir gegen den Wind und die weiß grauen Gebilde vor uns mit gemütlichen 110 Knoten (anstatt 170) Richtung Norden. Jeder von uns freut sich schon auf die Rückkehr, nur mit dieser Geschwindigkeit dauert die an und für sich kurze Strecke endlos lang. Salzburg Radar hat Mitleid mit uns, lässt uns rasch sinken und gibt uns die kürzesten Vektoren zur Piste 16.

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Nach fast 100 Stunden im Flieger landen wir nun um 13:30 überglücklich in Salzburg. Gleich nach dem Aufsetzen erhalten wir die Genehmigung auf die Abstellfläche vor dem Tower rollen zu dürfen, anstatt wie üblich zurück zu unserem Hangar. An dieser prominenten Stelle werden wir bereits sehnsüchtig erwartet. Der ORF hat ein Kamerateam geschickt, und unsere Frauen kommen uns am Vorfeld entgegen. Freunde, Familie und die Presse, alle haben nun ein Anrecht darauf, etwas von uns zu erfahren.

ORF-Bericht (31. Juli 2011)   Kurier (31. Juli 2011) Zeidung.at (31.Juli 2011)

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Bei Prosecco und guter Stimmung feiern wir die Erfüllung unseres Traumes. Wir haben ihn nicht nur geträumt, sondern über viele Monate geplant und letztendlich bis zu einem Ende geführt. Die erfolgreiche letzte Landung in Salzburg hat allerdings bereits wieder Platz für neue Ziele gemacht.

Dass diese Reise so harmonisch verlaufen ist, ist sicher keine Selbstverständlichkeit. 45 Tage waren wir drei täglich von früh morgens bis spät abends zusammen. Miteinander haben wir jeden Flug bis ins Detail geplant und jedes Pro und Contra genau abgewogen. Unsere Entscheidungen waren immer einstimmig. Diese vereinte Kraft hat es uns ermöglicht, nirgends aufzugeben. Die gemeinsame Vernunft hat uns auf der anderen Seite aber auch kein unnötiges Risiko eingehen lassen.

 

NACHTRAG

Einige Menschen waren für die Erfüllung unseres Traumes wichtig und notwendig.

An erster Stelle gilt unser Dank natürlich unseren Frauen. Ohne ihr Verständnis und diese großartige Haltung, uns diesen Traum zu erfüllen, wäre die Reise von Anfang an nicht denkbar gewesen. Es geht ja nicht nur um diese 6 1/2 Wochen, die wir unterwegs gewesen sind. All die Wochen und Monate davor sind wir drei ja schon in der Planung und Vorbereitungsphase gewesen. Die Tage vor dem Abflug waren verständlicherweise auch schon ziemlich angespannt, und wir glauben fast, dass unsere Frauen letztendlich froh waren, dass wir endlich geflogen sind. Zuhause konnte ja ohnehin niemand mehr etwas mit uns anfangen.

Amira Air und Karl Ottet: Die Organisation und Planungshilfe, die wir hier bekommen haben, waren phantastisch. Wir möchten nicht wissen, wie viel Zeit in unser Vorhaben hier investiert wurde. Dass man ein paar Träumer mit solcher Energie unterstützt hat, ist keinesfalls selbstverständlich und unser Dank dementsprechend groß.

Hans Gutmann: Tief getroffen erfahren wir am 20. Juni in Dubai von seinem Absturz. Als erfahrener Weltumrunder und Vorbild auch für unsere Tour, ist er uns von Anfang der Planung bis kurz vor unserer Abreise mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Die Trauer, diesen großartigen Abenteurer nicht mehr unter uns zu wissen, ist groß. Zu gerne hätten wir unsere Erlebnisse mit ihm noch diskutiert. Irgendwie hatten wir während unserer Reise oft das Gefühl, den Hans bei uns zu haben. Seine wertvollen Tipps und Ratschläge klingen uns auch heute noch in den Ohren.

Der Flugring mit Thomas Hasenburger, Patrik Hager und Albert Schinwald: Sie alle haben uns schon im Vorfeld bei der Planung und auch während der Reise von zu Hause aus voll unterstützt. Ein Dank auch an jene Fliegerkollegen, die ihre bereits auf der Cessna gebuchten Flüge sofort storniert haben, um unseren Reisetermin nicht zu gefährden.

Johann Ebner: Erst durch ihn und seinen guten Kontakt zum jordanischen Könighaus wurde eine Landung in Amman erst möglich.

Und all jene zu Hause, die mit uns mitgefiebert und Daumen gedrückt haben.

Die unglaubliche Zahl an Personen, die uns auf den Stopps unserer Reise, sei es auf den Flugplätzen oder während unserer Aufenthalte, geholfen und unterstützt haben. Stefan und Tuyet in Saigon, die es verstehen, wie man ein Fest für Freunde organisiert. Robert und Diem in Hoi An, Wolfgang in Dubai, Rami von Jordanien. All jene Helfer in fremden Ländern, deren Namen wir auch schon vergessen haben, bzw. gar nie gewusst haben, die uns aber ewig in Erinnerung bleiben werden.

 

Nicht zuletzt aber unsere Sponsoren.

Die Uhren von FORTIS sind ein wunderschönes Andenken an diese Reise. Mit jedem Blick auf unsere Chronographen erinnern wir uns an die ungezählten und wunderschönen Stunden, die wir erleben durften.

Die BAWAG hat unser Konto nicht nur gut geführt, sondern auch finanziell etwas aufgebessert. Und die Fa. BLICKVANG hat uns eine Außenkamera mitgegeben, die uns spektakuläre Außenaufnahmen ermöglichte. Leider nur bis Jordanien! Auf dem Flug von Zypern nach Amman hat die Kamera-Halterung aufgegeben, die auf der Flugzeugunterseite montiert war. Irgendwo in der Wüste liegt nun eine orangefarbene Helmkamera. In vielen, vielen hunderten von Jahren wird ein Archäologenteam bei Ausgrabungen dieses gute Stück finden und hoffentlich auswerten.

Die Fa. LINSINGER war dafür zuständig, dass wir den Kurs nicht aus den Augen verloren haben. Mit einem zusätzlichen mobilen GPS an Bord waren unsere Planung und der Flug um einiges angenehmer.